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Unter Hepatitis werden alle entzündlichen Erkrankungen der Leber zusammengefasst. Diese schädigen die Leberzellen und stören die Organfunktion zum Teil erheblich. Die Ursachen für eine Hepatitis sind sehr verschieden: Es können Viren, Bakterien oder Parasiten dafür verantwortlich sein, ebenso Krankheiten (z.B. Sarkoidose oder Autoimmunerkrankungen), Medikamente, Alkohol oder Chemikalien.

Am häufigsten aber wird eine Hepatitis durch Viren verursacht. Im Vordergrund stehen dabei fünf Virustypen. Sie werden mit den Buchstaben A, B, C, D und E bezeichnet (z.B. Hepatitis-C-Virus, HCV). Ihr Übertragungsweg verläuft je nach Virustyp unterschiedlich: Bei Hepatitis A und Hepatitis E handelt es sich um Krankheiten, die über Schmierinfektionen übertragen werden (fäkal/oral). Der Erreger gelangt dabei aus dem Kot (fäkal) an Gegenstände oder in Lebensmittel und somit über den Mund (oral) wieder in einen Organismus. Hepatitis B wird dagegen sexuell als auch auf dem Blutweg, die Hepatitis C vorrangig nur auf dem Blutweg übertragen. Hepatitis D kann nur Personen betreffen, die akut oder chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind.

Definition:

Als Hepatitis wird eine entzündliche Erkrankung der Leber verstanden. Für die Herkunft der germanischen Bezeichnung Leber für das Organ (althochdeutsch lebera) gibt es zwei Erklärungen. Die eine stellt die Beziehung des lebensnotwendigen Organs zum Leben in den Vordergrund und deutet die Leber als "Sitz des Lebens". Die andere leitet sich von der germanischen Wurzel liban mit der Bedeutung "haften, klebrig sein" ab und erklärt die Leber als "die Klebrige, Schmierige, Fettige".\\r\\nJede Virushepatitis vom Typ A, B, C, D oder E ist laut Infektionsschutzgesetz eine meldepflichtige Erkrankung. Die namentliche Meldung durch den behandelnden Arzt muss bei Verdacht auf eine Virushepatitis, bei Vorliegen einer entsprechenden Erkrankung und im Todesfall erfolgen. Auch wenn der Erreger von Hepatitis A, B oder C nachgewiesen wurde, ohne dass der Betroffene Krankheitszeichen zeigt, besteht Meldepflicht.

Ursachen:

Eine Hepatitis kann durch verschiedenste Schadstoffe (Noxen) ausgelöst werden. Häufige Ursache sind virale Infektionen. Zu unterscheiden sind dabei Entzündungen, bei denen die Leberzellen direkt von den Viren infiziert werden (Virushepatitis), und Entzündungen, die im Rahmen einer allgemeinen Viruserkrankung des Körpers auftreten (Virusbegleithepatitis).\\r\\nAber auch bakterielle oder parasitäre Infektionen, Krankheiten wie Sarkoidose oder Autoimmunerkrankungen, Medikamente, Alkohol oder Chemikalien können eine Hepatitis hervorrufen.

--->Virushepatitis

Bei der Virushepatitis sind gegenwärtig sechs verschiedene Formen genauer bekannt: Hepatitis A, B, C, D, E und G. Die Erreger dieser Infektionen werden hepatotrope Viren genannt, da sie ganz spezifisch Leberzellen befallen. 

Sie gehören zu jeweils unterschiedlichen Virusfamilien und besitzen ein DNA- oder RNA-Genom. Die Übertragung erfolgt entweder über die Nahrung oder durch den Austausch von Körperflüssigkeiten wie Sperma und Blut. Auch hinsichtlich des Krankheitsverlaufs und der Schwere der Erkrankung sind Unterschiede zwischen den verschiedenen Formen zu beobachten. Während Hepatitis A und E grundsätzlich akut auftreten, können Hepatitis B, C und D zu chronischen Verläufen mit teilweise schweren Komplikationen führen. Das Hepatitis-G-Virus spielt bei der Entstehung einer Leberentzündung keine ursächliche Rolle.

--->Virusbegleithepatitis

Auslöser einer Virusbegleithepatitis können verschiedene Viren sein. Bekannt sind entzündliche Veränderungen der Leber im Rahmen einer allgemeinen Virusinfektion bei Herpes-, Zytomegalie-, Varizellen-Zoster- (Windpocken, Gürtelrose), Epstein-Barr- (Mononucleosis infectiosa) und Coxsackie-Viren. In Mittel- und Südamerika und in Afrika kommt das so genannte Gelbfiebervirus vor, das ebenfalls begleitende Entzündungen der Leber hervorrufen kann. 

Virusbegleithepatitis.

Symptome:

Die Symptome einer Hepatitis hängen unter anderem vom jeweiligen Virustyp ab. Die manifeste Erkrankung beginnt in der Regel mit unspezifischen Allgemeinsymptomen:

* Müdigkeit, Abgeschlagenheit
* Kopfschmerzen
* Appetitlosigkeit
* Gewichtsverlust
* Muskel- und Gelenkbeschwerden
* Druckgefühl im rechten Oberbauch
* Erbrechen
* Fieber

Im Anschluss daran können die typischen Symptome einer Gelbsucht folgen

* Dunkelfärbung des Urins
* Hellfärbung des Stuhls
* Gelbfärbung der Haut bzw. der Augen (Ikterus)

Mitunter leiden die Erkrankten in der akuten Phase der Krankheit auch unter starkem Juckreiz. Je nach Virustyp kann die Erkrankung oft auch ohne jegliche Beschwerden (asymptomatisch) verlaufen.

Diagnose:

Die Diagnose einer Hepatitis-Infektion wird in der Regel durch den Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen das jeweilige Hepatitis-Virus oder durch den Nachweis von Virusbestandteilen (Antigene) im Blut erstellt.

Therapie:

Hepatitis A, Hepatitis D Hepatitis E:
Gegen die Hepatitis-Erreger A, D, und E gibt es zurzeit keine wirksamen Medikamente. Die Therapie konzentriert sich daher auf die Behandlung der Symptome. Empfohlen werden Bettruhe, Alkoholverzicht und eine fettarme, kohlenhydratreiche Kost.

Hepatitis B:
Zur Behandlung der Hepatitis B werden vor allem Interferon alfa, Peginterferon alfa-2a und virenhemmende Mittel, wie das so genannte Nukleosidanalogon Lamivudin, eingesetzt.

Hepatitis C:
Bei einer akuten Hepatitis C kann mit einer sofortigen 24-wöchigen Interferon-alfa-Therapie der Übergang in einen chronischen Verlauf in den meisten Fällen verhindert werden. Eine chronische Hepatitis wird mit einer gut abgestimmten Kombination von Interferon und dem virenhemmenden Mittel Ribavirin behandelt.

Hepatitis G:
Eine Behandlung bei Infektion mit dem Hepatitis-G-Virus ist nicht erforderlich.

Verlauf:

Der Verlauf einer Hepatitis kann akut oder chronisch sein. Akute Entzündungen treten plötzlich auf und klingen nach einigen Wochen oder Monaten wieder ab. Bei chronischen Verläufen hält die Entzündung länger als sechs Monate an. Im günstigen Fall zeigt die Leber dabei Entzündungsreaktionen, bei denen die Funktionsfähigkeit der Leberläppchen erhalten bleibt (chronisch-persistierende Form). Im ungünstigen Fall dagegen kommt es frühzeitig zu einer so genannten Leberzirrhose (griech. kirrhos = gelb). Hierbei schrumpft das Gewebe und verhärtet sich, sodass die Leberläppchen ihre Funktionsfähigkeit verlieren (chronisch-aggressive Form).

Vorbeugen:

Um einer Virushepatitis vom Typ A und B vorzubeugen, gibt es Schutzimpfungen. Gegen die Hepatitis C, D und E existieren hingegen keine Impfstoffe. Je nach Übertragungsweg kann einer Hepatitis - neben der Impfung - durch allgemeine Vorsichtsmaßnahmen wie

* geschützter Geschlechtsverkehr (Kondom)
* Schutz vor direktem Blutkontakt (insbesondere für medizinisches Personal und Drogenabhängige) vorgebeugt werden.

Um Schmierinfektionen in Risikogebieten zu vermeiden, ist es notwendig, gewisse Hygieneregeln einzuhalten:

* Hände waschen
* Abkochen von Trinkwasser
* Schälen von Obst und Gemüse

   
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