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In den letzten Jahren hat sich der Rettungsdienst in Deutschland erheblich weiterentwickelt. Ein Beispiel hierfür ist die Schaffung des Berufsbildes der Rettungsassistentin bzw. des Rettungsassistenten. Auch der ständige technische Fortschritt und die Weiterentwicklung medizinischer Kenntnisse und Fertigkeiten, haben dazu beigetragen, in Deutschland ein qualitativ sehr hochwertiges System der Versorgung von Notfallpatienten aufzubauen.

Doch in einem Punkt hat diese Entwicklung nicht unbedingt Schritt gehalten :
Die psycho-soziale Betreuung von Notfallpatienten ist in weiten Teilen Deutschlands noch immer nicht gewährleistet. Dies ist um so verwunderlicher, wo es doch, nach dem Gesetz über das Berufsbild zum Rettungsassistenten, zu den direkten Aufgaben dieser Berufsgruppe gehört „... sonstigen Hilfsbedürftigen Personen, auch soweit sie nicht Notfallpatienten sind, sachgerecht zu betreuen...“.

So gibt es im Rettungsdienst bisher kaum Fachkräfte für die seelische Betreuung von Schwerverletzten, Angehörigen von Schwerverletzten oder Verstorbenen und von den Einsatzkräften selber, die natürlich auch hohen psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Eine Betreuung dieser Patienten ist laut der Welt Gesundheits Organisation (WHO) eine „... präventive Maßnahme gegen die Ausbildung der Posttraumatischen Belastungsstörung...“und dient somit der Abwehr schwerer gesundheitlicher Folgeschäden im psychischen Bereich.

Aus diesem Grunde haben sich in den letzten Jahren verschiedene Initiativen entwickelt, um diesen Mißstand zu beheben. Eine dieser Initiativen ist der Kriseninterventionsdienst und Notfallseelsorge in Barnim. Ziel ist es, Menschen in akuten, psychischen Ausnahmesituationen beizustehen. Dabei geht es nicht um eine therapeutische Intervention, sondern um menschliche Erste Hilfe. Aufgabe von Krisenintervention und Notfallseelsorge ist es, das soziale Netz der Betroffenen zu aktivieren und in andere Hände überzuleiten; angefangen bei den Nachbarn , über Selbsthilfeinitiativen bis hin zu psychatrischen Einrichtungen. Durch die gute regionale Kenntniss aller psychosozialen Initiativen, können Hilfsmöglichkeiten für die Betroffenen aufgezeigt und weiterführende Betreuung organisiert werden.

Die Einsatzindikationen zur Alarmierung eines Kriseninterventionsdienstes / einer Notfallseelsorge sind regional verschieden. Im folgenden werden einige Einsatzmöglichkeiten aufgeführt:

  • Suizidandrohung oder -versuch
  • Betreuung Angehöriger nach frustraner Reanimation (erfolgloser Wiederbelebung)
  • Überbringen von Todesnachrichten in Zusammenarbeit mit der Polizei
  • Betreuung von Gewaltopfern
  • Betreuung von Angehörigen am Notfallort
  • Betreuung der Opfer von Haus- oder Wohnungsbränden
  • Betreuung der Eltern bei Kindernotfällen
  • Betreuung bei Großschadensereignissen bis hin zu Katastrophen
  • Überfallbetreuung und Überfallnachsorge (z.B. für Bankangestellte und Bankkunden)
  • Hilfe für Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst nach psychisch belastenden Einsätzen
  • und andere Situationen, die eine akute psychische Betreuung erfordern

Krisenintervention und Notfallseelsorge ist ein kostenfreies Angebot, das idealerweise rund um die Uhr bereitsteht.

 

   
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